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Reisebericht Yellowstone-Nationalpark: Heiße Quellen, Bisons und Geysire

Ein Ausflug in den Yellowstone Nationalpark

Im Sommer hatte ich zwei Wochen Urlaub und da kam mir relativ spontan die Idee meine Freundin in den USA zu besuchen. Da wir jedoch nicht nur die ganze Zeit in dem Vorort ihrer Kleinstadt verbringen wollten, plante ich bereits von Deutschland aus einen Ausflug in den Yellowstone Nationalpark, dem ältesten Nationalpark der Welt.

Dafür mieteten wir uns für drei Tage ein Wohnmobil und buchten bereits im Voraus die Übernachtungen auf Campingplätzen im Park. Außerdem legten wir eine Route fest, die uns an möglichst vielen Sehenswürdigkeiten des Yellowstone vorbei und uns schließlich wieder zu dem Cooke City Silver Gate, durch welches wir den Park nun auch befuhren, führen sollte.




 

Auf den Spuren der wilden Tiere

Reisebericht Yellowstone-NationalparkNachdem wir uns zu Sicherheit am Eingang noch ein Bärenspray gekauft hatten, wobei wir hofften, es aber niemals benutzen zu müssen, führte uns der Beartooth Highway Richtung Süden. Uns erwartete eine wunderschöne bergige Landschaft mit Nadelholzwäldern und unzähligen kleinen Bächen, die sich an der Straße entlang schlängelten. Schon nach kurzer Zeit überquerten wir die Grenze zu Wyoming und erreichten das Lamar Valley. Das Tal stellte sich als ausgezeichneter Ort um Tiere zu beobachten heraus. So stellten wir unser Wohnmobil ab und beobachteten eine riesige Bisonherde. Natürlich hofften wir darauf, einen Bären und einen Wolf zu sichten, doch leider vergeblich. Bis auf einen weit entfernten Hirsch ließ sich kein weiteres Tier blicken.

So fuhren wir weiter und nahmen am Ende der Straße die Abzweigung nach links, um nur wenige Kilometer entfernt die Tower Falls zu besuchen. Von dem Parkplatz aus führte ein Weg von ungefähr 5 Minuten zu einer Aussichtsplattform, die uns eine direkte Sicht auf die Wasserfälle ermöglichte. In einer Höhe von fast 40m stürzten gewaltige Wassermassen in die Tiefe.

Die Mommoth Hot Springs

Anschließend fuhren wir auf der Grand Loop Road wieder Richtung Norden zu den Mommoth Hot Springs. Unter ihnen versteht man Sinterterrassen und heiße Quellen, die durch ihre intensiven Farben und Dämpfe ein so beeindruckendes und einzigartiges Bild abgaben, dass wir den sehr strengen Geruch nach faulen Eiern schnell vergaßen. Eine ganze Weile schauten wir fasziniert zu, wie die dünnen Wasserschichten über die Kanten der Terrassen flossen und in dem Sonnenlicht glitzerten, bevor wir uns erneut auf den Weg machen.

Da ist er – der Bär!

Das letzte Ziel an diesem Tag sollte das Norris-Geysir-Becken sein, in dessen Nähe auch direkt unser Campingplatz lag. Doch vorher erfreute uns eine andere Attraktion noch wesentlich mehr: Während der Fahrt schrie meine Freundin plötzlich auf und zeigte hektisch mit den Händen in eine Richtung. Und tatsächlich, ein junger Grizzly Bär zeigte sich etwa 200 m entfernt am Glen Creek Fluss. Wie es uns auch angeordnet wurde, wagten wir es jedoch nicht aus dem Wohnmobil auszusteigen und versuchten lieber ein schönes Foto hinzubekommen.




Das Norris-Geysir-Becken gilt als der dynamischste, älteste und wärmste der hydrothermalen Bereiche des Yellowstones und beheimatet mit dem Steamboat-Geysir den derzeit größten aktiven Geysir der Welt. Da zwischen zwei Ausbrüchen vier Tage bis 50 Jahre liegen können, kamen wir an dem Tag leider nicht in den Genuss der 90m hohen Wasserfontäne. Der Wasserdampf, den er trotzdem verteilte, deutete das Ausmaß jedoch an.

Die Nacht verbrachten wir schließlich auf einem der elf Campingplätze des Parks, dem Norris Campground. Zunächst wunderten wir uns, warum die Preise mit durchschnittlich 20$ die Nacht relativ günstig für einen so berühmten Nationalpark waren, doch schnell wurde uns der Grund klar. Bis auf ein Plumpsklo hatten die meisten Campingplätze keine weiteren „Features“. Unser verfügte zumindest über eine normale Toilette (jedoch ohne Dusche) und einen Generator.

Eine Straße voller Geysire und Quellen  

Auch auf dem südlichen Teil der Grand Loop Road kommt man an unzähligen Naturspektakeln vorbei. Da wir leider nicht alle besichtigen konnten, überlegten wir uns vorher, welche uns am meisten interessierten. So entschieden wir uns, den ersten Stopp bei dem Lower Geyser Basin einzulegen. Dieser zeichnet sich dadurch aus, dass man hier alle Arten von geothermalen Sehenswürdigkeiten versammelt findet. Geysire, Fumarole, heiße Quellen und Schlammtöpfe, sogenannte „mud pools“.

Reisebericht Yellowstone-NationalparkDie Grand Prismatic Spring, die von hier nur 2 km weiter südlich lag, durften wir uns natürlich auf keinen Fall entgehen lassen. Sie gilt als die größte Thermalquelle der USA und drittgrößte der Erde und ist vermutlich eine der Hauptattraktionen des Yellowstone. Einzellige Mikroorganismen wie Bakterien verleihen dem fast 100m großen Becken ein einzigartiges Farbenspektrum. Ein Insidertipp verriet uns einen kleinen inoffiziellen aber geduldeten Pfad, dem Trail zum Fairy Fall, der uns auf einen Hügel führte und uns einen Blick von oben auf die Grand Prismatic Spring ermöglichte. Diesen Anblick sollte man sich auf keinen Fall entgehen lassen!Auch dem Biscuit Basin wollten wir einen Besuch abstatten. Auch dieses leicht begehbare Becken besteht aus vielen Geysiren und Quellen. Besonders beeindruckend ist der sogenannte Sapphire Pool, der sich durch glasklares Wasser mit einer intensiv blauen Färbung auszeichnet. Nur gut 10 Minuten weiter südlich erreichten wir den Old Faithful, einer der bekanntesten Geysire der Welt. Da er circa alle 90 min ausbricht, mussten wir nur ein wenig warten, bis wir seine etwa 40m hohe Wasserfontäne bestaunen konnten.

Baden im Yellowstone? Nein, danke…

Die Grand Loop führte weiter am Yellowstone Lake vorbei. Nachdem wir unser Wohnmobil auf dem Campingplatz Fishing Bridge Rv Park, abgestellt hatten, mieteten wir uns für wenig Geld ein Boot und ruderten auf den See hinaus. Kurz überlegten wir die Klamotten von uns zu werfen und baden zu gehen, doch als wir nur kurz unsere Füße in das eiskalte Wasser hielten, entschieden wir uns schnell dagegen. Die Wassertemperatur steigt selbst im Sommer nicht über 15 Grad und so genossen wir lieber den strahlenden Sonnenschein auf unserem See.

Der Fishing Bridge Rv Park ist nicht nur aufgrund seiner schönen Lage mit fast 50$ der teuerste Campingplatz des Yellowstone. Neben allen möglichen Features verfügt er außerdem als einziger Campingplatz über sogenannte „full hook ups“. So füllten wir noch Gas und Wasser auf und bereiteten uns dann auf die Nacht vor. Aufgrund der großen Gefahr hier auf Grizzly Bären zu treffen ist der Park nur für Wohnmobile erlaubt. Nachdem wir jedoch die Tür verriegelt und uns versichert hatten, nichts essbares draußen stehen gelassen zu haben, fühlten wir uns in unserer kleinen Unterkunft sicher. So verlief unsere Nacht auch ohne Zwischenfälle, was uns fast schon etwas enttäuschte ;).

Der größte Wasserfall im Yellowstone

Reisebericht Yellowstone-NationalparkAm nächsten Morgen ging es wieder Richtung Norden. Sowohl unsere Straße als auch der Yellowstone River führten durch das Hayden Valley. Die gelblichen Wände des Canyon, die das breite Tal umrandeten, verliehen dem Fluss und somit auch dem Yellowstone Nationalpark vermutlich ihren Namen. Nach nicht mal einer halben Stunde Fahrt führte uns ein Schild auf eine Abzweigung zu dem Uncle Tom’s Trail. Eine sehr steile und lange Treppe führte uns hinab auf eine Aussichtsplattform. Trotz der vielen Touristen, die sich hier sammelten, hatte man von hier aus eine ausgezeichnete Aussicht auf die Lower Falls of the Yellowstone. Der Yellowstone River stürzt in einer unglaublichen Höhe von fast 100 m in die Tiefe. Auch den Weg zum sogenannten Artist Point nahmen wir in Kauf. Von weiten hat man hier einen schönen frontalen Blick auf den Wasserfall und dem Yellowstone River, der sich durch den Canyon schlängelt. Wir hatten das Glück, dass das Licht so fiel, dass sich ein beeindruckender Regenbogen über der Schlucht zeigte. Leider war auch diese Aussichtsplattform sehr überlaufen.

Warum im Sommer?

Noch am selben Tag mussten wir unser Wohnmobil leider wieder abgeben, weshalb wir uns nun wieder auf den direkten Weg zu dem Cooke City-Silver Gate machen mussten. Wir hätten uns den Park vor unserer Abreise wesentlich größer vorgestellt und so waren wir froh, dass wir innerhalb von wenigen Tagen in den Genuss der wichtigsten Attraktionen des Parks kommen durften. Einen Ausflug in den wunderschönen Nationalpark kann ich wirklich nur empfehlen. Ebenso würde ich raten, diesen genau wie wir im Sommer zu planen, da sich während unserer Fahrt herausstellte, dass die meisten Straßen im Winter gesperrt sind. Abgesehen davon ist die Natur zu dieser Jahreszeit natürlich auch wesentlich beeindruckender.

 

 

 

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