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Reisebericht Südfrankreich: Vive La Provence!

Mit dem Auto durch die Provence

Acht Tage Provence – und so viele Städte, Landschaften und Strände genießen wie möglich. Das war unser Ziel für unseren Campingurlaub im Süden Frankreichs

So flogen wir Anfang August nach Nizza und fuhren mit einem gemieteten Auto in das Stadtzentrum. Da wir schon gegen Mittag in der schönen Hafenstadt im Osten der Provence ankamen, nahmen wir uns natürlich den restlichen Tag Zeit um diese noch ein bisschen zu erkunden. Unser Auto ließen wir auf einem Campingplatz in der Nähe des Strandes stehen, bevor wir uns auf den Weg in die bekannte Altstadt machten. Verwinkelte Gassen, viele interessante Läden, Restaurants und Bars sowie alte Gebäude und Kirchen prägen das Bild dieses Stadtteils. Wir gingen weiter über den großen Place Masséna und erreichten schließlich die Promenade des Anglais, die uns einen herrlichen Blick auf das Meer schenkte.




Von Cannes….

Am nächsten Morgen besuchten wir die kleine Stadt Grasse, die nur gut 40 min von Nizza entfernt lag. Neben dem Geruch, der die Welthauptstadt des Parfüms aus einer Mischung von Zitrone, Lavendel, Rosmarin, Jasmin und Rosen überzieht, zeichnet diese sich vor allem durch sehr enge Gassen, viele kleine Cafés und einige mittelalterliche Häuser aus.

Nur eine halbe Stunde weiter südlich erreichten wir Cannes, die Stadt, die vor allem durch ihre Filmfestivals Berühmtheit erlangte. Auch hier durchliefen wir die Altstadt und besuchten den Hafen, dessen große Jachten das Bild der Stadt bestimmen. Doch für heute hatten wir genug Städte gesehen und so fuhren wir weiter in den Süden.

…nach Saint-Tropez

Statt die A8 zu nehmen, die uns innerhalb einer halben Stunde nach Saint-Tropez bringen sollte, wählten wir die Küstenstraße, die uns zwar atemberaubende Ausblicke auf das Meer ermöglichte, sich aber wesentlich länger hinzog, als wir erwartet haben. So kamen wir erst nach über zwei Stunden, in denen wir natürlich auf dem Weg auch die eine oder andere Pause einlegten, um ein paar Fotos zu schießen oder einfach nur die Aussicht zu genießen, in Saint-Tropez an. Glücklicherweise kannten wir dort einen Freund, weshalb wir uns an diesem Abend nicht mehr auf die Suche nach einem Campingplatz machen mussten.

Reisebericht SüdfrankreichDen nächsten Morgen verbrachten wir zunächst am berühmten Strand Plage de Pampelonne. Obwohl sich hier vor allem die Reichen und Schönen der Musik- und Filmbranche sammelten und der hintere Bereich daher hauptsächlich mit Luxusbars und Restaurants belegt ist, ist der vordere Bereich für jeden frei zugänglich. Da ich schon vor meiner Reise erfuhr, dass es sich bei den meisten Stränden der Cote d’Azur um Steinstrände handelt, genossen wir den fast 5km langen Sandstrand ganz besonders. Später zeigte uns unser Freund eine weitere wunderschöne Bucht, die wohl als Insidertipp der Einwohner Saint-Tropez gilt.

Fischerdorf statt Großstadt 

Nach dem erholsamen Morgen führte unser Weg weiter an der Küste entlang Richtung Toulon. Doch statt eine weitere Großstadt zu besichtigten, fuhren wir weiter bis wir das kleine Hafenstädtchen Cassis erreichten. Eingerahmt von traumhaften Felsbuchten im Westen und Frankreichs höchsten Steilbuchten im Osten strahlte es den Charme eines alten Fischerdorfes aus, in welchem wir gerne unsere Nacht verbrachten.

Um einen schönen Ausgleich zwischen Erholung und Städtebesichtigungen zu finden, entschieden wir uns am nächsten Tag auf dem Weg nach Marseille an den Les Calanques zu halten. Hierbei handelt es sich um felsige Buchten mit fjordartigem Charakter, in denen man teilweise sogar baden darf. Zwar mussten wir uns auch hier mit steinigen Stränden zufrieden geben, doch dafür war das Wasser umso klarer.

Die letzte Großstadt unserer Reise

Reisebericht Südfrankreich Marseille gilt durch ihren berühmten alten Hafen als die wichtigste französische Hafenstadt und die zweitgrößte Stadt Frankreichs. Da wir Häfen mittlerweile jedoch schon zu Genüge gesehen haben, zog es uns eher ins Stadtinnere. Schon von weitem konnte wir die höhergelegene Wallfahrtskirche, Notre-Dame de la Garde, sehen. Sie gilt als Wahrzeichen von Marseille und soll jährlich von rund zwei Millionen Besuchern besichtigt werden. So war das Gotteshaus auch unser Ziel an diesem Tag. Nicht nur die Kirche an sich war durch ihr prächtiges Erscheinungsbild ein beeindruckendes Gebäude, sondern auch durch die hervorragende Aussicht über die Stadt lohnte sich der Besuch.

Eine Nacht zwischen Pferden und Flamingos

Es war bereits sehr spät als wir im Naturschutzgebiet Camargue ankamen. Zwar sind die Campingplätze hier schon etwas teurer, aber eine Nacht in der atemberaubenden Natur wollten wir uns einfach nicht entgehen lassen.

Unser nächster Tag begann mit einer kleinen Wanderung durch den Naturpark. Nicht nur die Flamingos am Ufer begeisterten uns, sondern auch die freilebenden Herden von Camargue-Pferden, die nur in diesem Gebiet leben sollen, tragen zu der Einzigartigkeit der Natur bei.

Ein herrlicher Ausblick über die Provence

Etwa eine Stunde weiter nördlich erwartete uns Les-Baux-de-Provence, einer kleiner Ort, der nicht nur durch seine Burgruine Touristen anlockt. Wir entschieden uns für einen günstigeren Parkplatz an einer Zufahrtsstraße zum Dorf und nahmen einen etwas längeren Fußweg in Kauf, worüber wir sehr froh waren, als wir bemerkten wie sich die Automassen durch die schmalen und hügeligen Gassen des Dorfes quetschten. Die Besichtigung des oberen Dorfes Chateau kostete uns zwar 10€, dafür umfasste dieser zusätzlich die Besichtigung der spannenden alte Ruine an der Spitze des Dorfes, die uns einen 360° Grad Blick auf die umliegende Landschaft schenkte.

Pont du Gard




Für den Besuch des Dorfes sollte man genügend Zeit einplanen, denn diese vergeht hier wie im Fluge. Nach gut drei Stunden verließen wir Les-Baux-de-Provence und fuhren weiter ins Landesinnere. Auch die etwa 40 Minuten entfernte Pont du Gard stand heute noch auf unserem Programm. Das römische Aquädukt ist von beeindruckender Höhe und beinhaltet einen der am besten erhaltenen Wasserkanäle aus der Römerzeit in Frankreich. Die imposante und ästhetische Brücke zählt vermutlich zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten Südfrankreichs. Auf ihr kann man den Fluss Gardon überqueren.

Die ehemalige Papstresidenz Avignon

Anders als erwartet war es bei unserer Ankunft in der nahegelegenen Stadt Avignon noch nicht allzu spät. So stellten wir unser Auto auf dem einem Campingplatz auf gegenüberliegenden Seite der Rhone ab und überquerten die Pont Daladier, die uns in die von einer gewaltigen Stadtmauer umgebene Altstadt führte. Schon von der Brücke aus hatten wir einen schönen Blick auf die Pont Saint-Benezet (auch Pont d’Avignon genannt), die Ruine einer alten Bogenbrücke, die nur noch halb über den Fluss führt. Mitten in der Altstadt zeigte sich der berühmte Papstpalast, im 14. und 15. Jahrhundert die Residenz verschiedener Päpste war. Leider war dieser zu dem Zeitpunkt unseres Besuches schon geschlossen, was unsere schmerzenden Füße in gewisser Weise auch ein wenig erleichterte. So schlenderten wir langsam zu unserem Campingplatz zurück.

Ein Spaziergang bei 14°

Reisebericht SüdfrankreichEine gute Stunde führte uns am nächsten Morgen noch weiter Richtung Norden, eine Gegend, in der es von Höhlen unterschiedlichster Art nur so wimmelte. Wir entschieden uns für einen Besuch der Grotte de Saint Marcel. Die riesige Höhle an der Seite eines Hügels unterscheidet sich vor allem durch ihr Stufenwasserbecken von den anderen Höhlen. Beleuchtete kleine Pools schimmern in grünlicher Farbe und verwandeln die Höhle in ein einzigartiges Naturwunder. Ich kann nur raten, sich bei dem Besuch einer dieser Höhlen unbedingt etwas wärmer anzuziehen, da die Temperatur auch im Sommer nicht über 14° steigt.

Baden am Pont d‘Arc

Den restlichen Tag verbrachten wir im nahegelegenen Natursteinbogen Pont d’Arc über dem Fluss Ardeche, welcher sich als hervorragende Badestelle herausstellte. Ganz in der Nähe fanden wir am Abend schließlich auch einen schönen Campingplatz.

Die Farbenpracht der Lavendelfelder

Da wir unsere längste Zeit auf jeden Fall am wunderschönen Lac de Sainte-Croix verbringen wollten, stand uns am nächsten Tag unsere längst Fahrt bevor. Auf dem Weg zu dem Vallon Naturpark, der den See umgibt, hielten wir nach circa 2 Stunden bei der kleinen Gemeinde Gordes an. Dort stellten wir unser Auto ab und legten einen etwa 3 km langen Fußweg zu der Abbaye de Senanque ein. Schon auf dem Weg kamen wir an unzähligen Lavendelfeldern vorbei, die in einem prächtigen Lilaton strahlten. Bei dem Anblick waren wir froh, dass wir die Lavendelsaison noch gerade so erwischt haben. Das Abbaye de Senanque ist ein Kloster, das ebenfalls von Lavendelfeldern umgeben war und somit ein beliebtes Fotomotiv für Touristen ist. Auch der nahegelegenen Gemeinde Rousillon statteten wir einen Besuch ab. Geprägt ist das Dorf vor allem durch die nahegelegenen Ockerfelsen, dessen Farbe sich im ganzen Dorf wiederfinden lässt. Da es sich auch hier um einen höhergelegenen Ort handelt, verspricht das Dorf viele Aussichtspunkte mit einem schönen Ausblick über die umliegende Landschaft.

Das Urlaubsparadies des Lac de Saint-Croix

Reisebericht SüdfrankreichSchließlich setzten wir unsere Fahrt zu dem heißbegehrten Lac de Sainte-Croix fort. Nach weiteren 2 Stunden erreichten wir endlich den See und buchten sofort zwei Nächte auf einem Campingplatz mit nahezu direktem Zugang zum See. Zu Fuß schlenderten wir abends zu der Pont du Galetas, eine Brücke, die auf der einen Seite eine atemberaubende Aussicht auf die Schlucht des Georges du Verdon und auf der anderen Seite auf den Lac de Saint-Croix, den vermutlich schönsten See der Provence, bietet. Als wir die vielen Boote und Kayaks sahen, die auf dem türkisfarbenen Verdon trieben, nahmen wir uns für den nächsten Tag sofort vor, auch eine solche Bootstour durch den Canyon zu machen.

So mieteten wir am nächsten Morgen wie geplant ein kleines Tretboot und näherten uns sofort der Schlucht. Das Wasser strahlte in so einer schönen klaren Farbe, dass wir es uns nicht nehmen lassen konnten, mitten in der Schlucht anzuhalten um eine Runde Baden zu gehen. Erst jetzt fielen uns die vielen Kletterer auf, die sich an den feilen Felswänden des Canyon hochzogen.

Moustiers-Saint-Marie: Das schönste Dorf Frankreichs?

Gegen Mittag fuhren wir mit unserem Auto in das nahegelegene Dorf Moustiers-Sainte-Marie. Auch für diesen Ausflug sollte man einen halben Tag einplanen, da man schon auf dem Weg dorthin an fast jedem Aussichtspunkt der halten muss, um den schönen Ausblick über den Lac de Sainte-Croix genießen zu können. Die Straße zu dem Bergdorf, der als einer der schönsten Frankreichs gilt, führt nämlich direkt an der Schlucht des Verdon entlang.

Reisebericht SüdfrankreichDie Beschreibungen des Ortes Moustiers-Sainte-Marie versprachen nicht zu viel. Dicht gedrängt schmiegen sich alte Häuser vor einer steil aufragenden Felskulisse an den Berghang. Das Dorf wie aus dem Bilderbuch wird von einer Schlucht in zwei Hälften geteilt. Neben unzähligen Touristen lockt auch uns vor allem die Wohlfahrtkapelle Notre-Dame-de-Beauvoir an. Wir liefen durch enge Gassen, vorbei an malerischen Häusern bis wir schließlich einen steilen Kreuzweg erreichten, der uns zu der Kapelle führen sollte.

Auf unserem Rückweg legten wir einen kleinen Umweg ein, der uns einmal um den See herumführte. So stießen wir auf die berühmte Lavendelstraße, die mit dem Plateau de Valensole als Königreich des Lavendels gilt. Die Hochsaison des Lavendels haben wir leider verpasst, doch die Felder strahlten immer noch in einem intensiven Lilaton und auch der Geruch ist einen Ausflug wert.

Wir kommen wieder!

Am nächsten Morgen brachen wir sehr früh auf, da wir unser Auto bereits um 10 Uhr am Flughafen abgeben musste. Die Provence ist einfach ein traumhafter Urlaubsort, sowohl für Aktivurlauber als auch für Kulturbegeisterte oder bloße Sonnenanbeter, die die Nähe zum Meer lieben. Wir werden auf jeden Fall wiederkommen und dann vermutlich auch etwas länger als nur eine Woche bleiben.

 

 

 

 

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