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Reisebericht Norwegen: Ein Roadtrip durch den Süden

Mit dem Auto durch Norwegen

Schon seit Jahren planen wir einen Roadtrip durch die wunderschöne Landschaft Südnorwegens. Letzten Juli war es dann endlich so weit. Bereits ein halbes Jahr vorher buchten wir einen günstigen Flug nach Oslo und kümmerten uns auch bald darauf um ein Auto, das wir vor Ort mieten wollten.

So kamen wir nach gut anderthalb Stunden Flug früh morgens am Flughafen Gardemoen in Oslo an und holten dort direkt unser Auto ab. Da Hotelübernachtungen in dem zweitteuersten Reiseland der Welt nicht gerade günstig sind, entschieden wir uns für ein Auto, das auch über eine Schlafmöglichkeit verfügte. Nach einer weiteren dreiviertel Stunde Fahrt erreichten wir schließlich das Stadtzentrum von Oslo.

Ein Spaziergang durch Oslo

Reisebericht NorwegenDa wir in unserem Hotel sowieso noch nicht einchecken konnten, gaben wir unsere Koffer ab und besichtigten ein wenig die Stadt. Obwohl uns von der Rezeption des Hotels zahlreiche Museen empfohlen worden waren, genossen wir lieber den strahlenden Sonnenschein bei einem Spaziergang durch die Stadt. Unser Weg führte am Ufer des Oslo Fjordes an der Festung Akershus vorbei, die die Silhouette der Stadt prägt. Die Besichtigung des Außengeländes ist kostenlos und so ließen wir uns auch die beeindruckende Aussicht von einem Aussichtspunkt der Festung auf den Hafen Oslos nicht entgehen. Ebenfalls in Fußnähe befindet sich das Königliche Schloss, welches von einem Park umgeben ist. Auch ihm statteten wir einen Besuch ab, bevor uns unser Hunger in das nächstbeste Restaurant lockte. Bei einem Blick auf die Preise (ein normales Gericht kostet umgerechnet um die 20€) wurde uns auch hier wieder bewusst, dass wir auf Restaurants oder Cafes in nächster Zeit wohl eher verzichten werden. So schlugen wir nach einem Einkauf für die nächsten Tage schließlich wieder den Rückweg zum Hotel ein.

Die Nacht im Zelt

Von Oslo aus führte unsere Route zunächst in den Norden nach Lillehammer, eine kleine Stadt, die vor allem Bekanntheit durch die olympischen Winterspiele 1994 erlangte. Unseren ersten Stellplatz suchten wir im Rondane Nationalpark, dem ältesten Nationalpark Norwegens, der noch etwa weitere 2 Stunden nördlich von Lillehammer liegt. Da dort allerdings motorisierter Verkehr verboten, zelten aber überall möglich ist, stellten wir unser Auto ab und machten uns mit unserem Zelt auf die Suche nach einem schönen Platz für die Nacht. Beeindruckende Berge und viele kleine Wasserfälle begleiteten uns auf dem Weg.




 

Romdalsveggen – eine Wanderstrecke in 1000m Höhe

Am nächsten Morgen führte uns unsere Route weiter nach Andalsnes, eine 2000 Einwohner-Stadt an den Romdalsfjorden. Da der Ort nicht wegen der Stadt, sondern eher aufgrund seiner Umgebung beliebt ist, machten wir uns direkt auf den Weg Richtung Romdalsveggen. Eine schöne Wandertour über einen 1000m hohen Bergrücken ermöglichte uns faszinierende Aussichtspunkte in das Tal Romsdalen, in welchem sich der traditionsreiche Lachsfluss Rauma durch eine einzigartige Natur schlängelte. Fjorde, Wasserfälle und Berge – wohin das Auge reicht. Da wir anders als erwartet über sechs Stunden für die 10 km lange Wanderroute brauchten, entschieden wir uns, auf dem Stellplatz auch unsere Nacht zu verbringen.

100€ für eine Fähre?

Reisebericht NorwegenÜber die bekannte Touristenstrecke Trollstigen, die über eine Höhendifferenz von über 400m aus elf sogenannte Haarnadelkurven besteht, führte unser Weg weiter nach Geiranger, einem Ort der trotz seiner 300 Einwohner aufgrund des Geiranger Fjordes zu den meistbesuchten Norwegens zählt. Einen hervorragenden Blick auf den Fjord hat man über den Berggipfel Dalsnibba, der einen Besuch auf jeden Fall wert ist. Hier waren wir froh, dass wir auch etwas wärmere Klamotten dabei hatten, denn selbst zu unserer Urlaubszeit im Juli lag hier noch Schnee. Wieder unten angekommen schockierte uns der Fährenpreis von über 100€ inklusive unser Auto. Da es jedoch keine andere Möglichkeit gibt, um nach Hellesylt zu gelangen, mussten wir uns darauf einlassen. Ein Blick auf die sieben Schwestern, sieben Wasserfälle, die direkt nebeneinander in den Fjord stürzen, ließ uns unseren Ärger über die Preise jedoch schnell wieder vergessen. Um endlich mal wieder Zugang zu einer ordentlichen Dusche haben zu können, investierten wir für diese Nacht in einen ordentlichen Campingplatz in Hellesylt, der direkt am Fjord lag.

Die Fahrt im der Flamsbana

Da unser nächstes Ziel über 5 Stunden entfernt lag, standen wir am nächsten Morgen früh auf, um direkt unsere Fahrt anzutreten. Diese führte weiter über unzählige Fähren, die zum Glück wesentlich günstiger waren als die zwischen Geiranger und Hellesylt und auch die Wartezeiten fielen nur sehr kurz aus. In Myrdal, einer 800m hochgelegenen Bahnstation, stiegen wir schließlich in die bekannte Eisenbahn Flamsbana, die den Aurlandsfjord hinunter, an den beeindruckenden Kjosfossen Wasserfällen vorbeiführte. Bei diesen legte sie sogar einen Stopp ein, damit wir die Möglichkeit hatten ein paar Fotos zu schießen.

Luxus in Bergen

Reisebericht NorwegenDen folgenden Tag verbrachten wir im 2 Stunden entfernten Bergen. Direkt am Hafen der zweitgrößten Stadt Norwegens liegt das bekannte Hanseviertel Bryggen. Mit etwa 60 mittelalterlichen Holzhäusern steht das Hanseviertel mittlerweile auf der List des Weltkulturerbes der UNESCO. Auch die Festung Bergenhus besichtigten wir, bevor wir uns zum ersten Mal seit Beginn unserer Reise eine Mahlzeit im Restaurant und eine Nacht in einem Hotelzimmer gönnten. In einer Stadt wie Bergen konnten wir schließlich nicht einfach im Auto schlafen.

Eine Altstadt mit Flair

Über Haugesund führte unsere Route am nächsten Tag nach Stavanger. Im Mittelpunkt der Stadt liegt der Dom von Stavanger. Das historische Zentrum bilden das alte Stadtviertel östlich des Hafens und das Viertel Gamle Stavanger, was so viel bedeutet wie „altes Stavanger“. Bei einem Stadtbummel durch Stavanger sollte man diese Viertel auf keinen Fall auslassen, da sie meiner Meinung nach der schönste Teil der Stadt sind. Kleine weiße mit Blumen geschmückte Holzhäusschen reihen sich in engen Gassen aneinander und spiegeln den Flair einer alten norwegischen Stadt wieder.

Preikistolen- Ein Blick über den Lysefjord

Obwohl unser nächstes Ziel per Luftlinie nur knapp 25 km entfernt lag, brauchten wir aufgrund der vielen Fjorde und Seen fast zwei Stunden, bis wir den Preikestolen am nächsten Tag erreichten. Unter ihm versteht man eine natürlich Felsplattform mit Blick über den Lysefjord und die angrenzenden Berge, auf welcher sich zahlreiche Touristen tummelten. Doch auch wir genossen hier ein wenig die Sonne, bevor wir uns wieder auf den Rückweg machten. Da wir schon allein für den Auf- und Abstieg insgesamt über vier Stunden brauchten, schafften wir den Weg bis nach Kristiansand an diesem Tag nicht mehr und hielten auf einem Stellplatz auf dem Weg.

Da wir für unsere Reise mehr Zeit, als eingeplant hatten, brauchten, unser Flug aus Oslo aber bereits gebucht war, verbrachten wir die nächsten anderthalb Tage hauptsächlich im Auto. Von Kristiansand und Langesund haben wir daher leider nicht mehr viel gesehen, bevor wir am 9. Tag abends wieder am Flughafen in Oslo ankamen.

Teuer aber höflich!




Ein Roadtrip durch Norwegen gehört auf jeden Fall zu der Art Urlaub, die man gemacht haben sollte. Hier kann man in den Genuss von einer einzigartigen Landschaft mit Fjorde, Wasserfällen Seen und Bergen kommen. Zwar ist der Besuch von Bars, Cafes und Restaurants sehr teuer, dafür sind die Norweger jedoch umso freundlicher. Sie stören weder an den vielen Touristen an beliebten Orten, noch an Campern, die einfach irgendwo ihr Zelt aufschlagen. Eine gründliche Planung vor einem Roadtrip in Norwegen ist aber auf jeden Fall notwendig. Dabei sollte man die Länge seiner Route auf keinen Fall unterschätzen. Obwohl Norwegen nicht gerade groß ist, ziehen sich die Straßen, die sich um viele Fjorde und Seen schlängeln oder diese überqueren müssen, sehr in die Länge

 

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